Indonesien auf und unter Wasser

Posted by in Indonesien

Als ich vor einem Jahr von meiner ersten Bali-Reise zurückkam, konnte ich nicht mehr aufhören René vorzuschwärmen, wie schön diese Insel ist. Nun sind wir zusammen hier und geniessen jeden einzelnen Tag.

Wir wollten gleich zu Beginn unsere Tauchausbildung machen, da wir nur gutes vom Tauchen in Bali gehört haben. So ging es nach zwei Tagen in der Ngeluwungan Villa, ihr werdet noch mehr davon lesen, früh morgens eine 3 Stunden Autofahrt in Richtung Nordosten Balis. Kaum angekommen wurden wir von unserer Dive-Instruktorin Yvonne empfangen und nach einem kurzen Briefing ging es schon los zu unserem ersten Tauchgang. Das Gefühl unter Wasser zu Atmen, zu Wissen, dass einem mehrere Meter Wasser von der Luft trennen, kann am Anfang etwas beklemmend sein. Doch um sich darüber Gedanken zu machen, dafür war keine Zeit. Kaum fünf Meter unter der Oberfläche angekommen, waren wir fasziniert von den unzähligen Fischen, Farben und Formen. Die Stunde unter Wasser verging wie im Fluge und als wir kurz vor dem Auftauchen auch noch ein Seepferdchen sichteten, konnten wir unser Glück gar nicht fassen. So ging es dann auch weiter. Der zweite, dritte, vierte… Tauchgang folgten und mit jedem Mal waren wir entspannter. Wir lernten die Ausrüstung besser kennen, wussten nun wie wir sie unter Wasser ab- und wieder anziehen konnten und auch mit der Schwerelosigkeit kamen wir mittlerweile besser zurecht. Während René bei einer dieser Einzelübungen war, wartete ich am Meeresgrund. Plötzlich war da so ein grosser, böse ausschauender Fisch, welcher sich direkt vor mir platzierte. Andere Taucher versammelten sich um uns und holten ihre Kameras hervor. Kaum einen Meter von mir entfernt starrte er mir regungslos in die Augen. Ich wusste nicht was das für ein Fisch war und was er gerne isst :-) Was ich aber wusste, war dass er echt böse aussah und mir seine Zähne doch etwas Angst machten. Ich versuchte genauso regungslos an Ort und Stelle zu bleiben, was aber gar nicht so einfach ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit sah ich einen anderen Guide aus unserer Tauchschule, welcher mich auslachte. Da wusste ich, dass mein Schenkel wohl nicht auf dem Speiseplan stand. Es war ein Barrakuda, bekannt als der böse Fisch aus Nemo und wie ich einige Tage später herausfand, vorzüglich auf dem Teller zu geniessen.

Evil Baracuda

Evil Barracuda

Riesen Korallen

Riesen Korallen

Wrack tauchen

Wrack tauchen

Der Kurs war vorbei aber wir hatten noch nicht genug. Wir verlängerten noch einen Tag und begannen mit dem Advanced Kurs. Bis auf 18 Meter zu tauchen benötigte bereits etwas Überwindung, nun standen aber 30 Meter auf dem Plan. Wir waren doch etwas nervös, vor allem weil wir wussten, dass in dieser Tiefe die Stickstoff-Narkose, ein rauschartiger Zustand, einsetzten kann. Um uns bewusst zu machen, dass wir nicht mehr 100% Aufmerksam waren, mussten wir in 30 Meter Tiefe auf einer Tabelle die Zahlen 1-16 in der richtigen Reihenfolge aufzeigen. Sagen wir es so, wir hätten das in der 2. Klasse schneller geschafft, als in dieser Tiefe. Aber genau das wollte unsere Tauchlehrerin uns ja damit zeigen. Daher Auftrag erfüllt. Wir bewunderten noch einige Minuten die Ruhe und die Schönheit des Riffs, als plötzlich eine wunderschöne Riesenschildkröte auf uns zu schwamm. Hätte ich gekonnt, hätte ich einen Freudenschrei losgelassen. Sie war so gross, so schön und sie bewegte sich so graziös an uns vorbei. Damit ging ein weiterer Tauchgang mit unvergesslichen Momenten vorbei.

Einzigartiges Erlebnis

Es hatte angefangen zu regnen und es war Zeit, dass wir unsere nächsten Tage planten. Wir entschieden uns von Amed aus auf die Gili Inseln zu gehen, da die Bootsfahrt nur 45 Minuten dauerte. Die Gili Inseln bestehen aus 3 kleinen Inseln. Gili Trawangan, die Party-Insel, Gili Meno, die Robinson-Crusoe-Insel und Gili Air, die etwas von beiden hat. Wir entschlossen uns auf Gili Air ein Hotel zu suchen, doch wir hatten ein Problem, aufgrund des kurzen, aber intensiven Regenschauers fiel der Strom und somit auch das Internet aus. Halb so schlimm, dachten wir uns, auf Gili Air angekommen, würden wir uns in eine Bar setzen und in aller Ruhe ein Bungalow suchen. So nahmen wir am nächsten Tag ein Speedboat und fuhren zu den Gilis. Das Wetter hatte sich beruhigt und auf halbem Weg wurden wir unerwartete von ein paar Delfinen eskortiert. So stellt man sich das vor.

Auf Gili Air angekommen mussten wir feststellen, dass das gestrige Unwetter auch hier vorbeizog. Dabei sind einige Strommasten und Bäume wie Streichhölzer umgefallen.

storm

Somit hatten wir auch hier weder Strom noch Internet, dafür hatten wir ja ein Lonely Planet dabei. Kurz nachgeschlagen, entschieden wir uns im Nordwesten nach einer Unterkunft zu suche. Die Insel ist zwar in 90 Minuten zu umrunden, doch in der Mittagssonne mit dem Rucksack auf dem Rücken, wollten wir uns mit einem Cidomo (Pferdekutsche) fahren lassen. Cidomos sind ausser Fahrrädern das einzige Fortbewegungsmittel auf den Gili-Inseln. Leider sind sie am Pier auch viel zu teuer und lassen nicht mit sich verhandeln. Er wollte knapp 10 .- für einen Weg von 1.5Km. Vielleicht sind wir schon zu lange auf Reisen, aber das wollten wir einfach nicht bezahlen. Ich muss ja selber ein wenig schmunzeln, wenn ich daran zurückdenke. So schnallten wir uns die Rucksäcke um und liefen in der prallen Mittagshitze zu unserer nächsten Unterkunft. Etwas hatten wir aber nicht berücksichtigt. Als wir schweissgebadet, mit roten Köpfen endlich ankamen, erwartete uns leider weder eine Klimaanlage, ein Ventilator noch ein kühles Getränk, dafür hatten wir aber das Meer vor der Tür. Am ersten Tag fanden wir das ja noch ganz abenteuerlich, vor allem weil die Zimmer aufgrund des fehlenden Stromes so günstig waren. Bei 32 Grad, über 90% Luftfeuchtigkeit und ohne einen Hauch eines Lüftchens Tag und Nacht sehnten wir uns nach Elektrizität.

Stundenweise war der Strom wieder zurück und damit auch unsere Motivation etwas zu unternehmen. Egal auf welcher der Gili Inseln man sich befindet, man kann mit der Island-Hopper-Fähre täglich morgens auf eine der anderen Inseln gehen und abends wieder zurück. Da wir keine Lust hatten, einen Schnorchel-Ausflug mit 20 anderen auf einem Boot zu unternehmen, mieteten wir uns an einem der unzähligen Stände Masken und Flossen und erkundeten auf eigene Faust Gili Air und Gili Meno. Kostet nur einen Bruchteil und ist genauso schön. Auf beiden Inseln tummeln sich unzählige Fisch und mit etwas Glück entdeckt man auch die eine oder andere Schildkröte. Leider wurde das Riff an vielen Stellen durch Dynamit-Fischen zerstört. Trotzdem ist ein Ausflug in die Unterwasserwelt wärmstens zu empfehlen.

jsamine_schnorchel

Nemos Helfer

Nemos Helfer (Halfterfisch)

Schnorcheln mit Schildkröten

Eigentlich wollten wir von den Gilis weiter nach Komodo und Flores. Irgendwie war uns aber nicht mehr nach Abenteuerfahrt. Die Aussicht auf eine unruhige See, ein kürzlich gekentertes Schiff und eine 12 Stündige Schifffahrt über Nacht standen gegenüber Surfen und die Tage am Strand verbringen. So entschieden wir uns wieder nach Bali zu fahren und Komodo und Flores auf das nächste Mal zu vertrösten.

Die Gilis waren auf jeden Fall einen Ausflug wert, jedoch waren wir froh nicht in der High-Season dort gewesen zu sein. Wer auf Bali schöne Sandstränd zum Baden sucht, sollte einige Tage auf den Gilis mit einplanen.

gili_postkarte

 

Year of the Goat!

Year of the Goat!