Suasdey Phnom Penh!

Posted by in Kambodscha

Nachdem wir wie in unserem letzten Blogpost einsame Strände und unsere Oase genossen haben, entschlossen wir uns nun nach Kambodscha abzureisen. Ab gings zur Travel Agency und nach einem kurzen Gespräch und ein paar Instruktionen hatten wir unsere Bustickets bis nach Phnom Penh für je 800 Baht ( CHF 23.- ) in der Tasche. Dann schnell noch eine Unterkunft gebucht und ab ging es am nächsten Morgen um 07:00 Uhr Richtung PP!

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Wir standen natürlich überpünktlich am vereinbarten Treffpunkt und warteten auf unseren roten Minivan, so wie es uns instruiert wurde. Mit etwa 10 Minuten Verspätung tauchte ein weisser Minivan auf. Nicht sicher was wir machen sollten, warteten wir einfach ab, ob sich der Fahrer bei uns melden würde. Nachdem er ausstieg und uns “Phnom Penh” zurief, fanden wir die falsche Farbe des Minivans nicht mehr von Bedeutung. Schließlich sind wir wie alle hier flexibel und wenn stört schon die Farbe des Minivans, wenn zumindest das Ziel stimmt. Wir hatten dann das Vergnügen mit dem wohl langsamsten und vorsichtigsten Fahrer von Koh Chang zu Fahren- man gewöhnt sich ja relativ schnell an das Gerase auf der Insel. Nachdem wir noch andere Passagiere an verschiedenen Orten eingesammelt haben standen wir ca. eine Stunde vor unserer Fähre, welche uns mitsamt dem Minivan auf das Festland bringen sollte.

ferry

Die Fähre würde sich auch gut als Ausstellungsstück eignen und manch einer hätte wohl ein mulmiges Gefühlt beim Anblick der rostigen Schüssel, aber uns zeigte dies nur wie zuverlässig dieses Schiffe über wohl mehrere Jahrzehnte wie ein Schweizer Uhrwerk funktionierte. Nach einem Espresso vom Stand nebenan, welcher übrigens mit “Swiss Quality – Thai elegance” warb und auch nicht all zu schlecht war, ging es in ca. 60 Minuten aufs Festland. Uns wurde bereits vom gemütlichen Fahrer mitgeteilt, dass er nach Siem Reap fährt und wir nach der Fähre umsteigen müssten. Wir dachten uns dabei nur, schade jetzt müssen wir die besten Plätze im Minivan weggeben und hofften einfach auf einen gleich gute Sitzposition. Als unser Minivan ankam, dann der Schock. Unser Blick von aussen in den Bus bestätigte unsere Vorahnung. Es gab noch zwei Plätze und die waren zuhinterst neben einem gut, bzw. breit gebauten Amerikaner. Der Van selber, war alt und fiel zumindest innen fast auseinander. Wichtig bei solchen Vans ist aber auch nur die Soundanlage und der TV. Der Besitzer hatte es sogar geschafft einen ganzen Röhrenfernseher irgendwie in die Verkleidung unterzubringen.

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Nachdem wir uns an die Lage gewöhnt hatten, ging die Fahrt auch relativ schnell vorbei. Nach ca. 2 Stunden kamen wir an der Grenze zu Kambodscha an. Wir stiegen aus, packten unser Gepäck und liefen los Richtung Grenzbüro von Thailand. Kurz die Ausreise bestätigt mit einem Stempel und weiter bei 35 Grad und Rucksack zum Immigrationsbüro von Kambodscha. Wir sahen die Beschriftung des Visa Büros und versuchten auf direktem Weg dorthin zu kommen. 5 Meter davor machten uns zwei Personen in Uniform verständlich, dass wir bei ihnen zuerst einen Gesundheitscheck machen müssten. Gegen eine Gebühr von 20 Baht ( ca. CHF 0.60.-) hielt er uns ein Fieber-Laser-Erfassungsgerät-Dingsbums vor die Stirn. Natürlich war es kein richtiger Doktor und natürlich funktionierte das Gerät auch nicht. Egal. Erste Abzocke akzeptiert, ging es endlich zum Visa Schalter. Nachdem wir unser Formular ausgefüllt hatten, gingen wir ins Immigrationsbüro. Fünf Polizisten kümmerten sich je um eine Visa – Arbeitsteilung muss sein. Natürlich mussten auch alle fünf den Liechtensteiner Pass inspizieren. 1500 Baht (ca. CHF 44.-) ärmer ging es zum nächsten Schalter und zum nächsten Formular. Nach Abgabe unserer Fingerabdrücke bekamen wir endlich auch die letzten Stempel und unser Visa war komplett und die Einreise erstaunlich problemlos.

Nachdem wir von unserer kambodschanischen Kontaktperson per Jeep ins nächste Dorf gebracht wurden, ging es in unserem klimatisierten Bus Richtung Phnom Penh. Die Fahrt verlief zu unserer Überraschung ohne holprige Strassen oder weitere Abzocker-Zwischenfälle. Vertieft in unsere Martin Suter Bücher verbrachten wir die nächsten sechs Stunde im Bus und genossen die Fahrt und die komfortablen Verhältnisse. Wir müssen hier noch erwähnen, dass wir Anfangs nur acht Personen im Bus waren und dementsprechend sich jeder sofort zwei Sitze geschnappt hat.

In Phnom Penh angekommen schnappten wir uns ein Tuk-tuk und für etwa 2 Dollar ging es direkt zu unserer Unterkunft. Nun geniessen wir die chaotische, aufstrebende und liebenswerte Hauptstadt von Kambodscha.

An den Verkehr haben wir uns bereits einigermassen gewöhnt. Wir haben festgestellt, dass auf beiden Spuren in beide Richtungen gefahren werden kann und dass für Fußgänger niemand bremst. Das heisst, langsam und gleichmässig einfach über die Strasse laufen. Der Rest ergibt sich von selbst. (Hier gibts vielleicht noch ein Video dazu :) )

Li hai!

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Central Market Phnom Penh

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Royal Palace Street

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Khmer Tempel

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 Cheung Ek: Killing Fields

Die Schreckensherrschaft zwischen 1975-1979 durch die Roten Khmer prägt die kambodschanische Gesellschaft noch immer. Gedenkstätten wie das ehemalige Massen-Exekutionslager Cheung Ek, wo etwa 17’000 Menschen auf grausamste Weise getötet wurden, hilft dabei die Vergangenheit aufzuarbeiten und nicht zu vergessen, dass solche Gräueltaten nie mehr passieren dürfen. Wir waren zutiefst berührt und erschüttert. Unglaublich zu was Menschen im Stande sind. Umso mehr schätzen und achten wir nun die Herzlichkeit und die Lebensfreude der Khmer.

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